Historie der Tischtennisabteilung der SpVgg Thalkirchen (1980–2026)
ehemals FC Thalkirchen
1980/81 – Die Anfänge
Als der FC Thalkirchen 1972 gegründet wurde, dachte niemand daran, dass der Verein einmal ein Mehrspartenverein werden könnte. Doch 1980 kam Bewegung in die Sache: Neben dem Fußball rückte ein kleinerer Ball – der 38‑mm‑Tischtennisball – in den Fokus.
Auslöser war ein ehemaliger Fußballtorwart und Vereinsgründer, der seine Schuhe an den berühmten Nagel hängte und in der Firmen- und Behördenrunde seine Leidenschaft für Tischtennis entdeckte. Ein Vorstandsmitglied, Dimiter Ikonomoff, erkannte das Potenzial und überzeugte ihn, eine Tischtennisabteilung zu gründen.
Die passende Sportstätte war schnell gefunden: Auf dem Gelände der BSA Dietramszeller Straße 9 stand ein kleiner TT‑Raum mit vier Tischen zur Verfügung.
Am 17. Oktober 1980 war es so weit – beim FC Thalkirchen wurde erstmals Tischtennis gespielt. Durch Anzeigen im Sendlinger Anzeiger fanden Erwachsene und Jugendliche den Weg in die neue Abteilung. Eine lose Gruppe traf sich einmal pro Woche, doch schnell zeigte sich: Vor allem die Jugendlichen hatten Talent. Der Gedanke reifte, mehr als nur Freizeit‑Tischtennis anzubieten.
Rahmenbedingungen schaffen
- Ein fachkundiger Jugendtrainer wurde gesucht – und mit Bernd Maurer gefunden.
- Die Trainingsbedingungen wurden verbessert: In der Schule am Gotzinger Platz erhielt die Abteilung zwei Trainingstage.
- Der Einstieg in den Wettkampfbetrieb wurde vorbereitet.
- Die Abteilung wurde organisatorisch erweitert, u. a. durch Abteilungskassier Peter Süss.
- Auch die Freizeitspieler*innen erhielten eine eigene Betreuung – zunächst durch das Ehepaar Köckeis, das diese Aufgabe bis ins hohe Alter mit großer Hingabe erfüllte.
1981–1990 – Aufbruch und erste Erfolge
1981/82 wagte die Abteilung den Einstieg in den Wettkampfsport: Zwei Jugendteams und ein Herrenteam gingen an den Start.
- Die Herren landeten in der 3. Kreisliga im gesicherten Mittelfeld.
- Das Jugendteam 1 wurde auf Anhieb Meister der 2. Kreisliga.
- Die Zahl der Jugendteams stieg auf vier.
Auch im Erwachsenenbereich ging es steil bergauf. Die 1. Herrenmannschaft schaffte den Sprung bis in die 2. Bezirksliga. Ein wichtiger Faktor war der Österreicher Ernst Leutgeb, der 1982 zum Verein kam.
Fusion mit TTK Siemens (1989)
Der stetige Aufwärtstrend blieb nicht unbemerkt. 1989 nahm der TTK Siemens – vertreten durch Günter Brunsch – Kontakt auf. Nach mehreren Treffen war klar: Die Chemie stimmte, die Fusion wurde beschlossen. Damit übernahm Thalkirchen die höheren Ligen des TTK Siemens – ein Meilenstein.
Die Hallenkapazität wurde zum Problem, doch dank Unterstützung des Siemens-Konzerns und später der Landeshauptstadt München konnten Lösungen gefunden werden.
In der Freizeitgruppe übernahm Brigitte Nowack die Organisation.
1991–2000 – Persönlichkeiten prägen die Abteilung
Zwei Glücksfälle: Toni Mihovar und Miklos Szalaba
- Anton Mihovar wurde zu einer tragenden Säule der Nachwuchsarbeit.
- Miklos Szalaba, gebürtiger Ungar, prägte die Abteilung wie kaum ein anderer: Spielerisch überragend, als Coach außergewöhnlich, als Führungspersönlichkeit inspirierend.
Unter seiner Leitung gelang 1992/93 der Aufstieg in die Landesliga.
Talente und Erfolge
- Christopher Windecker, ein Eigengewächs, wurde 1992 in Barcelona Paralympics‑Sieger im Teamwettbewerb.
- Matthias Ziermeier, seiner Zeit eines der größten Talente im Raum München, wechselte als Jugendlicher 1996 zur SpVgg.
- Die Zahl der Erwachsenenteams stieg auf sechs.
- Die Hallenkapazität wurde erneut erweitert.
- Die Fußballabteilung fusionierte – der Gesamtverein hieß fortan SpVgg Thalkirchen.
2001–2010 – Erfolge auf bayerischer Ebene
Der Start ins neue Jahrzehnt brachte den ersten BTTV‑Titel:
Das Schüler‑B‑Team wurde Bayerischer Mannschaftsmeister.
Weitere bayerische Meistertitel folgten, vor allem durch Scharif Akbary, der sich bis auf Bundesebene qualifizierte und u. a. gegen Dimitrij Ovtcharov spielte.
Die „Erste“ erreichte die Bayernliga Süd, die höchste Liga unter dem Mantel des BTTV.
2005 – 25‑Jahr‑Feier
Ein Höhepunkt: Ein Showkampf zwischen Jan‑Ove Waldner und Chen Weixing begeisterte rund 200 Zuschauer.
Bundesebene
Die 1. Mannschaft stieg in die Oberliga auf – die erste Bundesspielklasse der Vereinsgeschichte.
2011–2020 – Die erfolgreichste Dekade?
Ein weiterer großer Erfolg:
Bayerischer Pokalsieg in der höchsten Leistungsklasse durch Ziermeier, Höser und Koch.
Die „Erste“ stieg erneut in die Oberliga auf.
Ein Glücksfall war der Wechsel von Sebastian Peters, ehemaliger Jugendnationalspieler und Zweitligaspieler.
Regionalliga – ein Traum wird wahr
Die SpVgg spielte erstmals in der Regionalliga – ein lang gehegter Traum der Gründungsväter. Nach einem Jahr folgte der Abstieg, doch das letzte Heimspiel wurde zu einem emotionalen Höhepunkt:
Miklos Szalaba beendete seine Karriere und erhielt, als der letzte Ball gespielt war, minutenlangen Applaus.
Die „Ba‑Wü‑Connection“
Durch Daniel Weber (heute Sontag) kamen weitere starke Spieler aus Baden‑Württemberg – sportlich wie menschlich ein Gewinn.
Die Ära der „Raccoon Rackets“
Ab 2017/18 trat die Regionalligamannschaft unter dem „Künstler“-Namen Raccoon Rackets auf – inspiriert von der Nähe zum Tierpark Hellabrunn.
Designer Patrick Dudek entwickelte das Logo.
Ein legendäres Ereignis:
Das Regionalligaderby gegen den FC Bayern vor 160 Zuschauern endete 8:8.
Der Erlös einer Tombola ging an das Projekt „Slum Ping Pong“ von Nationalspielerin Sabine Winter.
Die Abteilung erreichte einen Rekord: 10 Herrenteams und 4 Jugendteams.
Am 17.10.2020 feierte die Abteilung ihr 40‑jähriges Bestehen.
2021–2026 – Herausforderungen und neuer Aufschwung
Corona
Die Pandemie führte zu Hallenschließungen, Spielaussetzungen und einem Einbruch in der Jugendarbeit. Viele Jugendliche wechselten zu Freiluftsportarten. Die Erwachsenen blieben der Abteilung treu.
2021/22 wurde mit dem Meldestand von 2020/21 weitergespielt.
Die Abteilung stellte nun 12 Herrenteams – mit einer Ligendichte von der Regionalliga bis in die Bezirksklasse.
Neuer Jugendboom
In den letzten drei Jahren verzeichnete die Abteilung den größten Jugendzuwachs ihrer Geschichte. Wartelisten wurden notwendig.
Das Trainerteam umfasst inzwischen acht Personen.
Auch das Kinderturnen – seit rund 30 Jahren ein wichtiger Baustein – erlebt einen Boom.
Freizeitgruppe
Nach langer Zeit übergab Brigitte Nowack an Ralf Gebhardt.
Ligen 2026/27
Die SpVgg meldete Teams für:
- Regionalliga Süd (4. Liga)
- Verbandsoberliga Bayern Süd (6. Liga)
- Verbandsliga Bay‑SW (7. Liga)
- Landesliga Bay‑SSW (8. Liga)
- Bezirksoberliga Obb‑Mitte (9. Liga)
- Bezirksliga Obb‑Mitte (10. Liga)
- Bezirksklasse A/B/D (11.–14. Liga)
Dank der Stadt München stehen der Abteilung inzwischen tägliche Hallenzeiten zur Verfügung.
Menschen, die die Abteilung prägen
- Matthias Ziermeier, seit 1996 im Verein, heute „Käpt’n Raccoon“, weiterhin eine prägende Figur.
- Anton Mihovar, inzwischen 86, weiterhin aktiver Trainer.
- Daniel Weber, nun Daniel Sontag, weiterhin wichtiger Bestandteil der Abteilung.
Ausblick
Noch vier Jahre bis zum 50‑jährigen Jubiläum!
Vielen Dank!
Der Ersteller dieser überarbeiteten Historie dankt Martin Pundt, der über viele Jahre die wichtigsten Ereignisse in seiner unverkennbaren Art dokumentiert hat.
Das aktuelle Geschehen lässt sich ausführlich im Newsbereich verfolgen.
Vielen Dank für Ihr Interesse,
Die Abteilungsleitung
Abteilungsleiter: Florian Beck
stv. Abteilungsleiter -Sport-: Ferry Kapic
stv. Abteilungsleiter -Verwaltung-: Rudolf Matousek
stv. Abteilungsleiter –Jugend-: Linus Wehner
stv. Abteilungsleiter -Finanzen-: Fabian Wimmer









